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FN 615: Wie sich die EU selbst beschädigt

Auf diese Idee muss man erst kommen: Ausgerechnet knapp vor der EU-Wahl will die EU-Kommission Österreich zwingen, Türken (noch) bessere Rechte einzuräumen!

Noch „sensibler“ geht’s wirklich nicht mehr. Das Wiener Innenministerium glaubt zwar, schon längst alles Vorgeschriebene getan zu haben. Und fast alle Österreicher sind überzeugt, dass es nicht einmal das geringste Recht mehr gebe, das Türken nicht in vollstem Umfang bekämen. Aber die Kommission sieht das anders und gibt Österreich ganze zwei Monate Zeit zu gehorchen. Dann wird es vor den EU-Gerichtshof gezerrt. Ich weiß zwar nicht, ob die EU-Kommission von Vilimskys oder Stadlers Wahlmanagern finanziert wird. Aber verdient hätte sie es allemal. Andererseits: Warum sollen EU-Beamte ausgerechnet jetzt ihr Verhalten ändern? Und: Warum fällt mir ausgerechnet jetzt das Wahlplakat von Othmar Karas ein? Europa sei ein Gedanke, „der jetzt zu einem Gefühl werden muss“, liest man dort. Ob der Herr Karas weiß, welches Gefühl diese EU-Kommission in mir wachruft? Druckreif ist es jedenfalls nicht. Dabei war ich eh schon von Anfang an zornig, wenn mir jemand jetzt sogar vorschreiben will, welche „Gefühle“ ich haben müsse. Nicht einmal die sind also mehr meine Privatsache . . .

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