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Fußnote 411: Der Papst und die Pille

Während derzeit jede in Rom kursierende Latrinenparole von allen Boulevardzeitungen dieser Welt in vollem Ernst als Indikator für Gründe des Papstrücktritts oder die Person des Nachfolgers rapportiert wird, hat sich in der Kirche an ganz anderer Stelle mehr verändert als in der Summe der letzten Jahrzehnte.

Die deutschen Bischöfe haben die Verabreichung der sogenannten "Pille danach" erlaubt, damit etwa nach Vergewaltigungen die Befruchtung des Eis verhindert werden kann. Damit aber ist in Wahrheit eine Kopernikanische Wende in der gesamten Empfängnisverhütungs-Politik der katholischen Kirche eingetreten. Denn damit ist zum erstenmal eine nicht natürliche Methode der Empfängnisverhütung akzeptiert worden. Wenn aber nun diese eine Methode kirchlich legalisiert worden ist, dann werden die harmloseren Methoden wie Pille oder Spirale von niemandem mehr auf den Index gesetzt werden können. Der Anlass war der aufsehenerregende Fall einer Frau, der von zwei katholischen Spitälern nach einer Vergewaltigung die Pille danach verweigert worden ist. Freilich fällt auch der Zeitpunkt auf: Die Entscheidung der deutschen Bischöfe fällt genau mit dem Zeitraum zusammen, da in Rom keine starke Führung am Werk ist. Ob da noch etwas zurückgedreht werden wird?
 

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