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Fußnote 369: Wenn diese bayrischen Sitten nach Österreich kämen . . .

Sondersitzung im bayrischen Landtag: Ministerpräsident Seehofer muss deshalb sogar die Teilnahme an einem Treffen aller deutschen Ministerpräsidenten absagen. (Mit einer nachträglichen Ergänzung)

Der einzige Anlass der Sondersitzung: Ein Pressereferent der CSU hatte beim ZDF interveniert. Er wollte einen Bericht über eine SPD-Veranstaltung verhindern. Vergeblich. Der Bericht wurde gesendet. Der Österreicher fragt sich, was wäre, wenn das hierzulande Schule machen würde. Dann hätten wir wohl täglich Sondersitzungen im Nationalrat. Beim ORF genügt ja bekanntlich ein Anruf aus der Arbeiterkammer und schon wird das Programm der Zeit im Bild geändert. Was freilich bei uns nicht einmal die sogenannten Aufsichtsbehörden wie die KommAustria stört. Geschweige dann, dass es Parlaments-Sitzungen gäbe. Und wenn sich Berichte über nichtlinke Veranstaltungen einmal schon gar nicht verhindern lassen, wie über die jüngsten Spindelegger- und Strache-Reden, dann werden sie halt von einem Herrn Tarek Leitner mit stänkernden Worten eingeleitet. Der aber braucht vielleicht gar keinen Anruf aus der Parteizentrale mehr. Denn die gesamte Fernseh-Information tickt ja schon von sich aus genauso wie die SPÖ (aus der ja auch alle wichtigen ORF-ler kommen).

PS.: Drehte sich die Aufregung in Bayern hingegen darum, dass die Intervention erfolglos geblieben ist, dann gäbe es freilich in Österreich tatsächlich keinen Anlass zu einer Sondersitzung. Denn erfolglose Interventionen aus dem SPÖ-Dunstkreis sind hierzulande absolut unbekannt.

Nachträgliche Ergänzung: Wenige Stunde danach ist der Parteipressesprecher überhaupt gänzlich zurückgetreten! Welch wunderbares Vorbild!

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