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Fußnote 295: Wenn die EU spart . . .

Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal das EU-Parlament aus vollem Herzen loben muss.

Das Parlament hat nämlich eine Reise von elf Abgeordneten zum UNO-Umweltgipfel nach Rio de Janeiro abgesagt. Der Grund sind die unverschämt hohen Hotelpreise. Daher: Bitte vor den Vorhang! Die Damen und Herren werden dort – außer einer touristisch attraktiven Stadt – mit Sicherheit nichts versäumt haben. Denn das ist gefühlt der neunhundertsiebenundachtzigste UNO-Umweltgipfel. Diese Absage ist zweifellos eine gute Nachricht. Es gibt aber auch eine schlechte: Die EU-Kommission wird dennoch anreisen und zwar gleich mit sechs Kommissaren. Diese schlechte Nachricht ist jedoch noch harmlos gegen die dritte Nachricht. Die ist nämlich sogar skandalös: Jeder einzelne dieser sechs Kommissare nimmt nicht weniger als rund 20 Mitarbeiter mit nach Rio. Wer es fassen kann, der fasse es – zahlen muss er es freilich auch, wenn er es nicht fasst. Die Europäer sollte aber heilfroh sein, wenn das alles ist, was sie nach dieser Rio-Reise zahlen müssen. Denn für all diese Konferenztouristen gilt ja eine solche Veranstaltung immer nur dann als „Erfolg“, wenn sie dort etwas beschließen, was die Bürger Europas sehr, sehr teuer kommt.

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