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Unreformierbar, unbelehrbar – Tu felix Austria!

Was wie eine kleine Fußnote in der österreichischen Medienwelt begonnen hat, scheint sich zu einer veritablen politischen Krise zu entwickeln. Nach österreichischem Verständnis ist es offensichtlich unmöglich, dass ein Unternehmens-Chef etwa den Personalchef bestimmt und somit Herr über die (weitere) Zusammensetzung seines Hauses wird.

Es ist also scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit, wenn ein solcher CEO in Österreich international übliche Selbstverständlichkeiten für sich beansprucht, wie es eben das Recht wäre, Personen seines Vertrauens in zentralen Positionen zu installieren. Dabei geht es um die Nationalbank, ein wichtiges Unternehmen der Republik. Oder liegt die Aufregung einfach nur daran, dass die Absetzung einiger weniger Personen eben nur Mitarbeiter mit dezidiertem SPÖVP-Hintergrund betroffen hat?

Betrachtet man die Bestellungen der Persönlichkeiten der ÖNB während der letzten Jahre, so finden sich vorwiegend Personen des linken bzw. durchaus marxistisch angehauchten Zirkels der Wiener Volkswirtschafts-Institute.

Mit der Bestellung von Robert Holzmann als Gouverneur sollte eigentlich endlich eine Zeitenwende eingeläutet werden. Robert Holzmann tat zuerst das, was jeder besonnene Manager in seinem Haus tun würde: ausmisten, um danach neu auszurichten.

Die Anwendung dieses dem Gouverneur zustehende Recht wird dem parteifreien, aber auf einem blauen Ticket eingezogenen Holzmann als "rechtswidrig" ausgelegt. Der gut eingespielte Pöbel aus Medien und Funktionären schäumt und empört sich dermaßen laut, dass die Entscheidung zurückgenommen wurde (oder wohl werden musste).

Man darf sich daher auch nicht groß wundern, wenn sich Persönlichkeiten nach einer erfolgreichen internationalen Karriere schwer an die bizarren lokalen "Austriaca" anpassen. Hauptsache alles bleibt, wie es ist. So wird jede Reform im Keim erstickt.

Als Unternehmer finde ist diese Entwicklung mittlerweile nur lachhaft, ja sogar impertinent.

Eines sollte der ÖVP in diesem Zusammenhang bewusst sein, nämlich dass sie für Reformen gewählt wurde, insbesondere im finanz- und wirtschaftspolitischen Bereich. Viele beim Pyrrhus-Sieg zur ÖVP übergelaufene blaue Stimmen sind nur geliehen.

Anstatt permanent den neuen amtierenden Gouverneur zu kritisieren, wäre es sinnvoller, besser geeignete Kandidaten als ÖNB-Direktoren zu bestellten als die aktuell von der ÖVP Berufenen, denn im Vergleich zu Holzmann oder Schock verfügen beide ÖVP-ler über wenig Bankenerfahrung.

MMag. Peter Haider ist Unternehmer in London und Wien.

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